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Warum wir alles menschenmögliche tun sollten, um das Altern schneller zu besiegenDies ist eine meiner fünf HGF ("häufig gestellte Fragen") Websites: Es geht um Argumente gegen SENS und Argumente, die SENS für unwichtig zu erklären suchen. Bei den anderen HGFs geht es um: -
Generelle Argumente gegen
die Glaubwürdigkeit von SENS, Ich arbeite, um das Altern zu besiegen und ich glaube, das sollten Sie auch tun. Das glaube ich, weil es die wertvollste mögliche Tätigkeit ist, Menschenleben zu retten und über 100000 Menschen täglich an Sachen sterben, an denen junge Leute so gut wie nie sterben. Wenn Sie an SENS mitarbeiten, werden Sie daher mehr Menschenleben retten, als auf irgend eine andere Weise. (Ok, einige Menschen können mehr ausrichten als andere, aber unterschätzen Sie niemals, wieviel Sie selbst ausrichten können: Lesen Sie dies, und denken Sie auch selbst intensiv nach, was sie außerdem noch tun könnten.) Wenn Sie diese Seite gelesen haben, und noch immer nicht überzeugt sind, dass das Altern besiegt werden sollte, bitte schreiben sie mir Ihre Gründe. (Bitte auf Englisch) Wenn Sie überzeugt sind, schreiben Sie mir auch! So können wir zusammenarbeiten und Ihr Talent auf die beste Weise einsetzen. (Z.B. könnte das die Verbesserung dieser Website beinhalten) Das heißt: Wenn Sie mir nicht schreiben, dann ist es für Sie OK, das Altern nicht zu besiegen und es ist ebenfalls OK, nicht fähig oder willens zu sein, zu sagen warum das so ist. Denken Sie daran. 1) Soziale Argumente gegen SENS 1) Soziale
Argumente gegen SENS Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man Argumente gegen SENS beantworten kann, die auf möglichen sozialen Konsequenzen basieren. Eine ist es, jedes solche Argument tiefgehend zu analysieren und ein Gegenargument zu konstruieren, das detailiert beschreibt, wie wir das fragliche Szenario vermeiden können. Ich schätze, das ist ein wichtiger Ansatz. Ich benutze ihn selbst hier und weiter unten im Text. Viele Andere haben das auch schon gemacht, oft besser als ich. Aber ich habe auch eine generelle Antwort, die schwer ausser Gefecht zu setzen ist, nämlich: Hallo Leute, es geht hier um Menschenleben, 100,000 Menschenleben täglich. Diese Antwort kommt außerdem gut klar mit Bedenken von der Sorte "Ok, das ist eine Möglichkeit, aber was ist wenn sie fehlschlägt?". Oder was zum Beispiel tun Sie, wenn Ihnen langweilig wird? Sich umbringen? Hätte mich auch überrascht. Die Gesellschaft hatte immer Probleme, und sie wird immer welche haben. Wir arbeiten, um sie zu minimieren und sie zu lösen, genau wie technische Probleme auch. Wenn wir so tun, als ob wir diese zukünftigen Probleme nicht lösen könnten, verurteilen wir Milliarden Menschen zu der lächerlichen Lebensspanne ihrer Vorfahren, und das ist ja wohl ein schlechter Witz. Und es wird ein noch schlechterer, wenn wir uns überlegen, wie unglaubhaft es ist, dass diese Probleme in irgendeiner Weise schwieriger sein sollen, als die, die wir in der Vergangenheit schon gelöst haben. Wer hätte sich wohl 1850 träumen lassen, dass die Gesellschaft anfangen würde, beim Sex "unwürdige" Plastiktütchen zu tragen, um der Bevölkerungsexplosion entgegenzuwirken, die der fast-Eliminierung der Kindersterblichkeit gefolgt wäre? Ja, genau das ist in der industrialisierten Welt passiert, und die einzige Triebkraft dafür war es, dass lebendige Kinder sehr teuer sind. SENS würde fürchterliche Überbevölkerung verursachen. Vielleicht erwarten Sie, dass ich hier eine Lösung vorschlage, die die Gesellschaft aktzeptieren sollte und das daher "natürlich auch tun wird". Das habe ich nicht vor. Ich habe zwei Antworten, und keine davon sagt etwas über spezielle Maßnahmen, die die Gesellschaft einleiten wird. Eine davon ist eine Lektion aus der Geschichte. Die andere betrifft die Menschenrechte. Dann werden wir uns einige der möglichen Lösungen des Bevölkerungsproblems ansehen, aber ich werde niemals versuchen vorherzusagen, was die Gesellschaft tatsächlich tun wird. Versetzen Sie sich in die Lage eines mächtigen Mannes. Nehmen wir mal den Ministerpräsidenten von Frankreich, im Jahr 1870. Damals war gerade Pasteur unterwegs und erzählte, dass Hygiene die Kindersterblichkeit aufgrund infektiöser Krankheiten und das Kindbettfieber wahrscheinlich fast völlig eliminieren würde. In Ihrer Position können Sie ziemlich gut mitbestimmen, wie schnell sich dieses Wissen verbreitet, und wie schnell daher Menschenleben gerettet werden können. Aber Ihnen ist auch folgendes klar: Wenn die Menschen früher anfangen, nach den Prinzipien der Hygiene zu handeln, ihre Hände zu waschen undsoweiter, dann wird auch die Bevölkerungesexplosion früher stattfinden, weil eine Menge Kinder nicht mehr sterben. Was hätten Sie gemacht? Das Wissen so schnell wie möglich verbreitet, oder es so gut es ging zurückgehalten, so dass die Bevölkerungskrise verzögert wird? Mir ist noch niemand begegnet, der sich für letzteres entschieden hätte. Es ist genau das gleiche mit dem Kampf gegen das Altern. Ganz genau das gleiche. Also, um spezifisch zu sein: OK, es kann sehr wohl eine Art Bevölkerungsexplosion geben, genau wie es nach der fast-Eliminierung der Kindersterblichkeit eine gab. Es kann sein, dass wir reagieren, indem wir die Geburtenrate ebenso schnell drosseln wie damals. Es kann auch sein, dass wir diesmal länger brauchen. Die erste Priorität ist es, dem Krepieren ein Ende zu setzen. Alles andere sind Details. Die Erdbevölkerung wird wahrscheinlich kurz nachdem die ersten SENS Therapien verfügbar werden, schnell wachsen, und wir werden vor einer einfachen Wahl stehen: Entweder wir nehmen diese Therapien und leben sehr lange, oder wir bekommen weiterhin regelmäßig Kinder, verzichten auf die Therapien und sterben wie heute an Altersschwäche. Ich behaupte nicht zu wissen, wie sich die Gesellschaft an diesem Punkt entscheiden wird. Ich behaupte aber sehr wohl, dass die Bevölkerung dieser Epoche das Recht hat, diese Entscheidung selbst zu treffen. Das heißt, die heutige Gesellschaft hat nicht das Recht, für die zukünftige zu entscheiden. Ob es uns gefällt oder nicht, wenn wir die Entwicklung von Verjüngungstherapien verzögern, werden wir zukünftige Menschen dazu verurteilen, ebenso jung zu sterben wie wir das im Moment tun. Dazu haben wir kein Recht. Wir haben die Pflicht, diese Therapien so schnell wie möglich zu entwickeln, so dass die künftige Gesellschaft eine Wahl hat. Ebenso wie das (englische) Parlament nicht das Recht hat, die Möglichkeiten des folgenden Parlaments zu beschränken, hat auch die Gesellschaft kein Recht, die Möglichkeiten der künftigen Gesellschaft zu beschränken. OK, jetzt können wir uns mal den konkreten Möglichkeiten zuwenden. Es gibt vier Sachen zu bedenken: - Wann haben wir schlimmstenfalls mit
dem Überbevölkerungsproblem zu rechnen? 1) Wann haben wir schlimmstenfalls mit dem Überbevölkerungsproblem zu rechnen? -- Drei Hauptpunkte. Erstens: Wenn wir annehmen, dass perfekt wirksame Verjüngungstherapien universell verfügbar sind, ist die maximale Bevölkerungswachstumsrate ungefähr eine Großstadt pro Jahr. Das ist eine ziemlich gute Nachricht. Es ist nicht viel mehr, als wir im Moment schon haben, weil die Geburtenrate die Todesrate bereits jetzt weit übersteigt. Also werden wir eine ziemlich lange Zeit haben, uns zu überlegen, was wir unternehmen wollen, bevor wir überhaupt etwas unternehmen müssen. Wir werden viel früher andere logistische Probleme haben, wie z.B. die Ausbildung genügend medizinischen Personals, um die Therapien verfügbar zu machen. Die zweite gute Nachricht ist folgende: Wenn und falls die Überbevölkerung ein Problem wird, dann wird sie es erst nach und nach werden. Daher können wir mit verschiedenen Lösungsstrategien experimentieren, sehen was wie gut funktioniert, neue Sachen ausprobieren, usw. Drittens müssen wir berücksichtigen, dass viele Leute gerne in Städten leben. Mit dem unvorstellbaren Wohlstand, den uns das Fehlen jeglicher Gebrechlichkeit bescheren wird, werden wir in der Lage sein, für jedermann qualitativ hochwertige städtische Unterkünfte zu errichten. Solche Unterkünfte haben eine derartige Dichte, dass eine Bevölkerung von mindestens 20 Milliarden gut im gegenwärtig besiedelten städtischen Lebensraum unterkäme. Gewisse Leute erzählen gerne etwas von der Massenauswanderung in den Weltraum. Das scheint mir nur begrenzt geeignet, um Andere für SENS zu begeistern, weil die meisten Leute wohl davon ausgehen, dass das Leben an Bord einer Raumstation nicht gerade ein Zuckerschlecken ist. Ausserdem ist diese Lösung auch nicht viel langfristiger, als der Bau dichter Städte auf dem Erdboden, weil uns irgendwann das Material ausgehen wird, um Raumstationen zu bauen. Wenig später würde auch die Lichtgeschwindigkeit unserem exponentiellen Wachstum ein Ende setzen. Daher bin ich kein großer Fan dieser Idee. 2) Wird das überhaupt passieren? Wir werden nur dann ein Bevölkerungsproblem haben, wenn die Geburtenrate langfristig die Todesrate übersteigt. Es gibt gute Statistiken (z.B. hier), die zeigen, dass ein Großteil aller Frauen überhaupt keine eigenen Kinder mehr will. Der Anteil der Frauen, die freiwillig auf Kinder verzichten, hat in den USA in nur 13 Jahren zwischen 1982 und 1995 um 275% zugenommen. Wahrscheinlich ist die Ursache einfache Emanzipation: Erstens wird es für Frauen zunehmend leichter, sich auf eine Weise zu beschäftigen, die sie erfüllender finden, als Kinder großzuziehen. Zweitens überwinden sie gerade ihre Erziehung, die ihnen suggeriert, dass Kinder haben der einzig akzeptable Lebensstil sei. (Ich persönlich finde das Bombardement mit Püppchen und anderen Mutterschaftssymbolen, dem junge Mädchen ausgesetzt sind, ganz genauso schändlich wie das Bombardement mit Spielzeugpistolen, dem junge Buben ausgesetzt sind. Dazu kommt noch weiteres Bombardement mit anderen ideologischen Gütern.) Man kann auch psychologisch argumentieren: Auch wenn wir Kinder wollen, werden wir sie in zunehmend größeren Abständen wollen, weil ein langes Leben mit völlig gesunden Gehirnen uns eine zunehmend größere geistige Reife ermöglicht. Dadurch werden wir das Ende der Kindheit immer später definieren. 3) Was haben wir für Möglichkeiten, wenn das Überbevölkerungsproblem auftaucht? Grundsätzlich sind unsere Möglichkeiten extrem einfach: Entweder wir verringern die Geburtenrate, oder wir erhöhen die Todesrate. Die Todesrate kann auf viele Weisen erhöht werden -- Zugang zu den Verjüngungstherapien einschränken (und dabei alte Leute töten), Zugang zu Antibiotika einschränken (und dabei Leute töten, die zufällig an Infektionskrankheiten leiden), oder allgemein den Zugang zur medizinischen Versorgung einschränken (und dabei vermutlich hauptsächlich arme Leute töten). Die Geburtenrate kann man niedrig halten, nun ja, indem die Leute in ihrem besten aufgeklärten Selbstinteresse handeln und bewusst keine Kinder bekommen. Auf die gleiche Weise verringern wir heute bewusst die Schadstoffbelastung, indem wir darauf verzichten, Treibhausgase, ozonzersetzende Chemikalien und anderen Schmutz in die Umwelt zu entlassen. (Mir ist schon klar, dass die USA hier nicht gerade die Führungsrolle übernehmen, aber Ich schätze sie werden sich bald anschließen.) Hm... Leute töten oder keine Kinder haben... Eigentlich keine extrem schwere Entscheidung, oder? Versetzen Sie sich in die Lage dieser zukünftigen Generation: Was würden Sie unternehmen? Kinder bekommen und jemand töten? Sich selbst? Man könnte sich auch vorstellen, dass Marodeure umherziehen und Leute mit Kindern erschießen, weil sie öffentlichen Lebensraum besetzen. Irgendwie scheint mir das aufgeklärte Selbstinteresse da verlockender... Das Problem wird ja nur langsam auftauchen. Daher sind Alternativen, wie z.B. die Einflussnahme des Staates durch Steuernachteile wesentlich wahrscheinlicher. Es ist womöglich kein Zufall, dass das Land mit der höchsten Geburtenrate in Europa (Frankreich) auch dasjenige mit den großzügigsten Kindergeldgesetzen ist. 4) Wer sollte das entscheiden? Die meisten Leute finden natürlich, dass eine solche Welt (Ohne Kinder, das eigene Leben, oder wenigstens das Vermögen in Gefahr, wenn man doch welche hat) nicht lebenswert wäre. Aber wer sind wir, diese Entscheidung für zukünftige Generationen zu treffen? Wie können wir auch nur wissen, wie wir uns selbst entscheiden würden? Ich möchte Sie daran erinnern, wie unbedeutend die Bevölkerungsexplosion war, die im vorigen Jahrundert von der Entdeckung der Hygiene verursacht wurde. Was ist damals passiert? Wir fanden es zu teuer als Paar zehn Kinder zu haben und nahmen fröhlich die "barbarische Erniedrigung" auf uns, beim Sex jedesmal absurde Plastiktütchen zu tragen. Was glauben Sie wohl hätten die Leute von 1850 gesagt, wenn Sie ihnen das als Strategie vorgeschlagen hätten, um die bevorstehende Bevölkerungsexplosion abzuwenden? Natürlich hätten sie Sie ausgelacht. Wir haben **keine** **Ahnung**, wie wir uns entscheiden werden, wenn es nötig wird, die Geburtenrate noch weiter zu senken. Gerade weil wir nicht vorhersagen können, wie sich zukünftige Generationen hier entscheiden werden, haben wir die Pflicht, heute so schnell es geht das Altern zu besiegen. Je eher wir das schaffen, desto mehr Menschen werden in der Zukunft die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Leben leben wollen (Das schließt die Möglichkeit mit ein, auf Verjüngungstherapien zu verzichten und dadurch zu sterben, wenn sie tatsächlich finden, dass eine Welt mit immer weniger Kindern nicht lebenswert ist). Je länger wir jetzt zögern, desto mehr Menschen nehmen wir diese Entscheidung und verurteilen sie zum Tode. Es ist wirklich so einfach. Diese Menschen werden auch Menschen sein und sie haben das Recht, die allerursprünglichste Entscheidung selbst zu treffen: Die Entscheidung, zu leben. Wir können ihnen das heute ermöglichen. Nur die Reichen könnten sich Verjüngungstherapien leisten. Es gibt nicht die geringste Chance, dass diese Therapien lange Zeit sehr teuer bleiben. Es gibt zwei Hauptgründe, warum ich da so sicher bin. Der erste Grund ist etwas beängstigend. Wenn ein Mittel gegen das Altern gefunden wird, werden die Leute so richtig wild darauf sein. Viel mehr als auf heutige Heilmittel, die ihr Leben nur um ein Paar Jahre verlängern. Es ist ja eigentlich ein Problem der Demokratie dass sie nur dann gut funktioniert, wenn es um etwas geht, das vielen Leuten so richtig wichtig ist, wichtig genug, dass sie dafür einen Politiker wählen. Die gegenwärtige Medizin erreicht das nicht ganz. Wirtschaftliche Überlegungen stechen sie grundsätzlich aus. Aber bei einem Mittel gegen das Altern wird das ganz anders sein. Sobald ein wirksames Mittel wirklich absehbar ist, oder tatsächlich entwickelt wird, wird es unmöglich werden, eine Wahl zu gewinnen, ohne ein Manhattan Projekt im Wahlprogramm, dass die Entwicklung des Mittels beschleunigen soll. Die Verteilung des Mittels ist ebenfalls Pflichtprogramm. Patente, die möglicherweise den universellen Zugang zu dem Mittel einschränken könnten, werden einfach von den Regierungen zwangsweise aufgekauft werden. (Natürlich zu gigantischen Preisen aber trotzdem zwangsweise) Alle Gesetze, die im Moment diesen Fortschritten im Wege stehen, werden so schnell verworfen werden, wie das eben notwendig wird. Das wird nicht nur durch die Demokratie gelenkt, die ja nur auf nationaler Ebene arbeitet, sondern auch durch geopolitische Prozesse. Es kann nach hinten losgehen, wenn man sehr viele Leute sehr ärgerlich macht, da ist man sich nach dem 11. September einig. Daher ist es im aufgeklärten Eigeninteresse der industrialisierten Welt, die Verjüngungstherapien überall verfügbar zu machen. (Zu einem Preis, den sich die meisten Leute leisten können, sogar wenn das heißt "umsonst".) Immerhin wollen wir mit den Verjüngungstherapien ja lange leben, d.h. nicht von jemandem am anderen Ende der Welt in die Luft gejagt werden, der sauer auf unser Land ist, weil er sich die Therapien nicht leisten kann. Der zweite Grund ist weniger bedrohlich. Es wird eine Eingewöhnungszeit geben, von wenigstens einem Jahrzehnt, die ich den Krieg gegen das Altern nenne. Diese Zeit wird beginnen mit Ergebnissen in Mäusen, die beeindruckend genug sind, um die Gesellschaft aus ihrem gegenwärtigen Fatalismus aufzuschrecken. Die Leute werden plötzlich das Mittel gegen das Altern wirklich dringend und so schnell wie möglich wollen. In diesem Moment wird es einiges Chaos geben. Die Gesellschaft wird auf eine Million Arten auf den Kopf gestellt werden. Niemand wird mehr riskante Berufe wie den des Feuerwehrmannes ausüben wollen (nur ein einzelens Beispiel). Das Wichtige hier ist, dass es ein politisches "muss" wird, eine Menge Gelder, und zwar Steuerzahlergelder, in den Kampf gegen das Altern zu pumpen. Der Ausdruck "Krieg gegen das Altern" ist passender als der historische "Krieg gegen den Krebs", weil die Menschen freiwillig derartige Opfer bringen werden, wie sie es sonst nur in Zeiten des Krieges tun, um dem Sterben so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten. Das hauptsächliche derartige Opfer werden einfache Steuererhöhungen sein, um die unvorstellbar vielen medizinischen Helfer auszubilden, die die Therapien so schnell wie möglich unter die Leute bringen sollen, sobald sie verfügbar werden. Ausserdem wird es in der Zwischenzeit einen Bedarf für viel effektivere traditionelle medizinische Versorgung geben, so dass möglichst viele Menschen die Chance erhalten, noch halbwegs gesund und lebendig zu sein, wenn es soweit ist. Das bedeutet, wenn die Verjüngungstherapien verfügbar werden, wird die Gesellschaft bereits alles nötige getan haben, um sie umsonst zu allen bedürftigen alten Menschen zu bringen. Wir könnten niemals in den Ruhestand gehen -- die Renten wären unbezahlbar. Von wegen. Die Renten wären nur unbezahlbar, wenn wir uns in einem bestimmten Alter zur Ruhe setzen, und dann für immer im Ruhestand bleiben würden. Im Gegenteil werden wir nur zeitweise in den Ruhestand gehen. Nach Zehn Jahren Golfspiel werden Sie eine neue 40-jährige Karriere beginnen wollen. Es wird eine Riesennachfrage geben nach Erwachsenenbildung und Umschulungen. Für immer Golf zu spielen wird nicht mehr das gelbe vom Ei sein, wenn wir unsere jugendliche Vitalität zurückhaben. Das gleiche gilt für die Rentenbeträge, das Gesundheitswesen und die Lebensunterhaltskosten: Die sind heutzutage nicht etwa so gigantisch, weil wir viele alte Leute haben, sondern weil wir viele gebrechliche Leute haben und gebrechliche Leute wird es nicht mehr geben. Das ist einer der greifbarsten und unzweifelhaftesten Punkte für SENS: Es wird ganz und garnicht von einer zunehmend gebrechlichen Bevölkerung "aufgefressen" werden, wie das heutige Gesundheitswesen. Alle Menschen, egal welchen Alters, werden zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Die Tyrannen würden ewig leben - es wäre wie Huxley's "Schöne Neue Welt". Tyrannen die nicht altern können ebenso leicht ermordet werden, wie Tyrannen die altern. Heutzutage sterben die wenigsten Tyrannen an Altersschwäche, daher beunruhigt mich dieses Argument nicht sehr. Ausserdem scheint die Verbreitung der Demokratie eine ziemlich gute Präventivstrategie zu sein. Mir fällt kein einziges Beispiel einer Demokratie in der poströmischen Geschichte ein, die sich nach mindestens 10 Jahren Demokratie für die Diktatur umentschieden hat. (Außer sie wurde von einer unterworfen.) Fällt Ihnen eine ein? [Nachträgliche Notiz: Es gab tatsächlich ein Paar solcher Fälle, aber die sind nicht sehr überzeugend. Chile wurde 1973 eine Diktatur, nach 40 Jahren Demokratie, aber die höchstens für 17 Jahre und vielleicht sollte man sogar sagen nur für 7. Vor 1999 war Pakistan 11 Jahre lang eine Demokratie.] 2) Persönliche, oder philosophische Argumente gegen SENS Junge Leute sind viel kreativer. Nach vielen Jahrhunderten würden wir geistig einrosten. Woher wissen Sie das denn? Woran liegt es denn, dass ältere Leute weniger kreativ sind? (Vergessen wir nicht, dass das nicht einmal alle älteren Leute betrifft.) Ich sehe drei Möglichkeiten dafür: Es liegt an der biologischen Alterung des Gehirns, es ist eine Folge des Informationsgehalts des Gehirns, oder es ist ein Artefakt sozialer Zwänge (Möglicherweise haben ältere Leute weniger Zeit für die Informationsaufarbeitung und das Tagträumen, die so wichtig für die Kreativität sind.) In jedem Fall sind wir fein raus. Wenn das alternde Gehirn Zellen oder Synapsen verliert, oder die Gehirnflüssigkeit oxidiert wird, oder was auch immer: Na das wollen wir ja mit SENS gerade alles richten. Wenn es die Menge des gespeicherten Wissens ist: Kein Problem, denn schon in mittlerem Alter vergessen wir etwa ebenso schnell, wie wir lernen und das wird so bleiben. Wenn die Ursachen sozial sind, noch besser: Wenn das Alter nicht mehr mit mangelnder Gesundheit assoziiert wird, dann wird es auch nicht mehr mit mangelnder Kreativität assoziiert werden. Im Gegenteil ist es ganz schön gut möglich, dass die große Lebenserfahrung sehr alter Menschen ihnen mehr geistige Flexibilität und Kreativität ermöglichen wird, wenn sie nicht mehr durch die biologische Gehirnalterung beeinträchtigt wird. Wenn wir soviel Zeit hätten, würde uns nichts mehr zu Höchstleistungen motivieren. Das ist einfach dumm. Unsere gegenwärtige Einbildung, dass das Altern unausweichlich wäre soll dem Streben junger Leute förderlich sein? Nein, ganz im Gegenteil: Manchmal geben wir gewisse Ziele auf, wenn es so aussieht als könnten wir sie in unserer gegenwärtigen Lebensspanne niemals erreichen. Wenn die Lebenserwartung entschieden länger wäre, würden wir diese Dinge ausprobieren. Wenn es um so viel Lebenszeit geht, müssten wir ja jedes riskante Vergnügen aufgeben. Vor einigen Jahren dachte ich das auch, und es hat mich schwer beunruhigt. Vielleicht würden wir uns garnicht mehr aus dem Bett wagen, weil wir ständig Angst vor irgendwelchen herabfallenden Felsbrocken hätten. Mein Buch, das ich 1999 über mitochondriale Mutationen beim Altern veröffentlichte, hatte nur ganz am Schluss ein Paar Seiten über die sozialen Konsequenzen extremer Lebensverlängerung. Dort sagte ich vorher, dass das Autofahren verboten werden würde, weil der Fahrer das Leben anderer zu sehr gefährden würde. Inzwischen glaube ich, dass wir dieses Problem genau so handhaben werden wie das Altern selbst -- durch Technologie. Wir werden die risikoreichen Aktivitäten einfach weniger risikoreich machen, anstatt sie ganz zu vermeiden. Zum Beispiel: Autos mit sehr ausgefeilten Sensoren großer Reichweite und automatischen Steuerungskontrollen sind bereits technisch ziemlich gut machbar. So könnten Autounfälle vielfach reduziert werden, sogar im Fall schweren menschlichen Versagens. Es hat aber keine Priorität für uns, sie zu bauen, aus dem alleinigen Grund, dass ein zu geringer Anteil aller Todesfälle durch Autounfälle verursacht wird. Allerdings sind mehr als die Hälfte aller Unfalltoten Autounfalltote. Wenn wir also das Altern als Todesursache ausschalten, werden die Autounfälle einen viel größeren Anteil an der Gesamtzahl der Todesfälle haben. Dadurch werden wir sehr unterschiedliche Prioritäten für unsere Ausgaben entwickeln. Unser gegenwärtiger Lebensverlauf ist ein wichtiger Teil des Menschseins. Ich beantworte diese Unterstellung normalerweise mit ein Paar Fragen: 1) Glauben Sie, dass wir durch die moderne Medizin unmenschlich geworden sind? 2) Die moderne Medizin könnte eine gute Sache sein, weil sie Schmerzen und Leiden lindert. Ausserdem hat sie die gesamte Lebensspanne nur wenig verlängert, wenn man die Kindersterblichkeit außer Acht läßt. Glauben Sie, dass die moderne Medizin eine gute Sache ist? Wenn ja, würde Sie dann auch sagen, dass die Lebensverlängerung ein akzeptabler Nebeneffekt von Therapien ist, die eigentlich nur Schmerzen und Leiden lindern sollen? (Die moderne Medizin hat diese Nebenwirkung in zunehmendem Maße.) Wenn Sie bisher mit "ja" geantwortet haben, würden Sie mir dann nicht auch zugestehen, dass zukünftige Medizin, die die Lebensspanne noch wesentlich mehr verlängert ebenfalls akzeptabel ist? Sie wird ja ebenfalls die Schmerzen und Leiden lindern, die eine notwendige Begleiterscheinung der Gebrechlichkeit und altersbedingten Schwäche sind. 3) Wenn wir davon ausgehen, dass eine unbestimmte Lebensspanne uns in der Tat so verändern würde, dass wir dadurch unmenschlich werden, würde uns dann Ihrer Ansicht nach auch die bloße **Verfügbarkeit** solcher Technologien unmenschlich machen, auch wenn wir beschließen, sie nicht zu benutzen? Wenn also Verjüngungstherapien entwickelt würden, und Sie beschließen, sie nicht zu nutzen, würden Sie dadurch noch immer unmenschlich gemacht werden? Ich frage nur, weil wenn die Anwendung der Therapie das Problem ist, und nicht die prinzipielle Verfügbarkeit, dann wäre es ja für einige (oder tatsächlich alle) Menschen möglich, ihre Menschlichkeit zu bewahren, oder sogar wiederzugewinnen, indem sie den Therapien den Rücken kehren. 4) Viele Leute behaupten, dass schneller medizinischer oder anderer technologischer Fortschritt unsere Menschlichkeit überhaupt nicht gefährdet. Würden diese Leute von einem Mittel gegen das Altern ebenfalls unmenschlich gemacht werden, oder ist Menschlichkeit eine persönliche Sache, die jeder individuelle Mensch für sich selbst festlegt? Ich stelle mir vor, dass die Befürworter dieser Technologie, wenn sie erfunden wird, umgekehrt all jene, die sie ablehnen, für nicht völlig menschlich halten werden. Sie werden das sogar noch nachdrücklicher betonen, als es gegenwärtig in der anderen Richtung betont wird, einfach weil es nachweislich in der menschlichen Natur lag, technisch immer weiter fortzuschreiten, buchstäblich seit der Erfindung des Feuers. Wenn Sie also einer von denen sind, die so eine Technologie ablehnen würden, dann könnte es sein, dass Andersdenkende Sie *bereits jetzt* für nicht völlig menschlich halten. Wenn Sie also glauben, dass Menschlichkeit eine objektive Eigenschaft ist, wer sind Sie dann überhaupt, festzulegen, wer sie besitzt und wer nicht? Es ist unnatürlich, das Altern anzuhalten. Sie spielen sich als Gott auf. Diese Art von "ethischem" Argument ist möglicherweise die absurdeste von allen. Angesichts der Beharrlichkeit der Anhänger dieses Arguments ist mir ist klar, dass dies eine gravierende Anklage ist. Der Grund für meine gravierende Anklage ist, dass dieses Argument so unglaublich viel in seinem eigenen Gültigkeitsbereich ignoriert. Es ist wahrscheinlich die zweit-unnatürlichste Sache von der Welt, jemanden durch Untätigkeit früher sterben zu lassen, wenn man ihm ohne, oder mit vertretbaren Kosten auch ein wesentlich längeres Leben ermöglichen könnte. Die unnatürlichste, (und der Unterschied ist nicht sehr groß) wäre dann das direkte Töten. (Natürlich gibt es da draußen viele Leute, die dieser Ethik den Rücken kehren, aber darum geht es nicht. Es ist das Fundament der Menschlichkeit und Zivilisation, dem Gesetz des Dschungels abzuschwören.) Von der Menschheit zu verlangen, dass sie das "Unnatürlichkeits"-Argument gegen die Lebensverlängerung akzeptiert und dadurch die Entwicklung eines Mittels gegen das Altern verlangsamt, bedeutet zu verlangen, dass sie sich in etwas so unnatürliches verwandelt, wie man sich nur vorstellen kann. Und für den Fall, dass sich derartige Bedenken doch noch als gerechtfertigt herausstellen sollten, dann sollten diejenigen, die eine derartige Wertminderung ihrer Existenz erfahren, handeln um sie wiederherzustellen (z.B. indem sie Verjüngungstherapien ablehnen, die ihnen angeboten werden). Wir haben aber kein Recht, diese Entscheidung für jemanden zu treffen. Das kann ich auch in Begriffen der Technologie formulieren, anstatt in Begriffen der Zivilisation. Es ist eindeutig unnatürlich für us, die Welt so zu akzeptieren, wie wir sie vorfinden: Seit der Erfindung des Feuers und des Rades haben wir unsere Fähigkeit und unseren Willen unter Beweis gestellt, Sachen zu richten, die uns an unserer Umgebung und an uns selbst nicht gefallen. Wir würden dieser fundamentalen menschlichen Eigenschaft den Rücken kehren, wenn wir beschließen, dass wir für immer mit so etwas schrecklichem leben wollen wie dem Altern, dass jedermann gebrechlich und schwach und abhängig macht. Wenn das Verändern unserer Welt dem Gottspielen gleich kommt, dann zeigt dies nur auf eine weitere Weise, dass Gott uns nach Seinem Ebenbild geschaffen hat. Das würde nicht Leben retten, sondern nur Leben verlängern. Es gibt keinen Unterschied zwischen Leben retten und Leben verlängern. Wenn wir jemandem das Leben retten, geben wir ihm die Möglichkeit, länger zu leben, als es ihm sonst möglich gewesen wäre zu leben. Punktum. Wenn Sie glauben, dass Sie einen eindeutigen Unterschied zwischen Leben retten und Leben verlängern formulieren können, schreiben Sie mir. Und vergessen Sie nicht, dass die zusätzliche Lebenszeit, die die Verjüngungstherapien möglich machen werden, keine zusätzlichen Jahre der Gebrechlichkeit sein werden. Es wird keine Gebrechlichkeit geben, auch nicht am Ende des Lebens. Anders gesagt: Wenn Sie sagen, dass wir das Altern nicht besiegen sollten, ist das Altersdiskriminierung. Sie würden behaupten, dass alte Menschen es nicht wert sind, medizinische Versorgung zu erhalten. Das ist nicht wahr. Alte Menschen sind auch Menschen. Natürlich könnte man sich einen konkreten terminologischen Unterschied zwischen Leben retten und Leben verlängern ausdenken, der auch für die Kommunikation nützlich sein könnte. Aber die Sache ist die: Es gibt keinen moralischen Unterschied zwischen Leben retten und Leben verlängern. Wenn es gut ist, die Leukämie von 10-Jährigen zu heilen, und ihnen dadurch weitere 70 Jahre Lebenszeit in guter Gesundheit zu ermöglichen, dann ist es auch gut, den Alterungsprozess von 80-Jährigen zu heilen, und ihnen dadurch das gleiche zu ermöglichen. Wer das abstreitet sagt, dass alte Menschen wertlos sind. Ich stimme mit vielen Biokonservativen wie Leon Kass darin überein, dass es ein Konzept der "Weisheit der Natürlichkeit" gibt. Das heisst, dass Gut und Schlecht letztlich dadurch bestimmt wird, was sich natürlich oder unnatürlich anfühlt. Aber in diesem Fall folgt daraus, dass wir das Altern so schnell wie möglich besiegen müssen. Ich finde es natürlich, Leben zu retten. Umgekehrt ist es unnatürlich, untätig zu warten und die nötigen lebensrettenden Forschungen nicht so schnell wie möglich durchzuführen. Es ist unnatürlich, Menschen zu einem unnötig frühen Tod zu verurteilen. Wir würden so viel über unsere Jugend vergessen, dass wir nicht mehr die gleiche Person wären. Das ist kein Argument, weil unsere Erinnerung sich bereits jetzt ständig umwälzt und erneuert. Das beeinträchtigt uns in keiner Weise. Ich kann mich nicht an die Namen von allen meinen Klassenkameraden in der Grundschule erinnern, aber ich würde nicht sagen, dass ich in der Zwischenzeit gestorben bin. Ein Hauptgrund, warum uns der langsame Verlust von Erinnerungen nicht beeinträchtigt ist folgender: Die Langlebigkeit von Erinnerungen hängt von der Wichtigkeit der Erinnerung ab. Der Prozess des Erinnerns verstärkt naturgemäß die erinnerte Erinnerung selbst. Dadurch können uns Erinnerungen, die uns so wichtig sind, dass wir uns regelmäßig an sie erinnern, beliebig lange erhalten bleiben. Das sind ja auch diejenigen, die unsere Identität und Persönlichkeit ausmachen. Wir vergessen nur die oberflächlicheren Dinge. Während 5000 Jahren Lebenszeit würde das ebenso funktionieren, wie während 50 Jahren. Das kann man auch biologisch erklären. Unsere Erinnerungen (und in der Tat alle anderen Informationen über unsere Persönlichkeit usw.) werden in den Verbindungen zwischen den Gehirnzellen gespeichert. Wenn eine Zelle stirbt, sind diese Verbindungen offenbar für immer verloren, weil eine Ersatzzelle sich nicht notwendigerweise genau mit den gleichen Zellen kurzschließt, auch wenn sie genau an den gleichen Ort gelangt. Eigentlich sieht es sogar noch schlechter aus, da die Gehirnzellen manchmal stark schrumpfen und dadurch ihre Verbindungen mit anderen Zellen verlieren, auch wenn sie nicht gleich sterben. Sieht also knifflig aus. Aber wir haben Glück, durch die spezielle Art, wie das Gehirn Information speichert. Wir wissen nicht gerade viel darüber, wie es das macht, aber eines wissen wir sicher: Es ist "holographisch": Alle Daten oder Meinungen oder was auch immer sind nicht in einzelnen Zellen oder Verbindungen gespeichert, sondern in der Struktur des gesamten Netzwerks in der betreffenden Hirnregion. Wenn also eine Zelle stirbt passiert so etwas ähnliches, wie wenn ein Stückchen von einem Hologrammm absplittert. Die Erinnerung ist noch immer da, aber weniger redundant und ein klein wenig blasser. Ausserdem wissen wir, dass frühe Erinnerungen besser erhalten werden, wenn wir uns öfter an sie erinnern: Ich kann mich ohne Probleme an den Namen meiner Mutter erinnern, aber habe die Namen von der Hälfte der Leute in meiner Grundschulklasse vergessen. Erstere ist dabei sogar die ältere Erinnerung. Das liegt daran, dass ich den Namen meiner Mutter ziemlich oft benutze, wogegen ich die Namen meiner damaligen Klassenkameraden nie benutze. Auf diese Weise werden wir in der in der Lage sein, die Funktion des Gehirns und des Gedächnisses zu erhalten. Wenn die Zellen des Gehirns etwa ebenso schnell ersetzt werden, wie sie von Natur aus sterben, dann werden die neuen Zellen von unseren normalen kognitiven Prozessen zur Verstärkung alter Erinnerungen benutzt werden, genau so also ob die Zellen schon die ganze Zeit (unbenutzt) vorhanden gewesen wären. Argumente, dass SENS unwichtig ist Ich bin zu alt. Das nützt mir nichts mehr. Na und? Sind Ihre Kinder auch zu alt? Alle Menschenleben sind wertvoll. Erinnern Sie sich and die Passagiere des "flight 93", die am 11. September die Entführer niedergekämpft haben? Sie müssen gewusst haben, dass sie wohl kaum eine Chance hatten, ihr eigenes Leben zu retten. Sie handelten, weil sie wussten, dass sie eine Menge Menschenleben auf dem Erdboden retten würden. Wussten sie, wessen Leben? Bestimmt nicht. Und sie handelten trotzdem. Hand aufs Herz, genau so sehe ich meine Arbeit. Jede Sekunde sterben ungefär zwei Menschen auf der Erde. Mehr als die Hälfte dieser Menschen sterben an Ursachen, an denen junge Menschen so gut wie nie sterben. Das Altern tötet einen Menschen pro Sekunde, hunderttausend am Tag, dreißig Millionen im Jahr. Das ist eine ernsthaft beeindruckende Menge Menschen. Und Leben retten ist gut. Ich denke nicht mehr so viel an mein eigenes Leben, wie früher einmal. Als ich zuerst über diese Dinge nachdachte, dachte ich natürlich an meine eigenen Chancen. Menschen denken nun mal selbstbezogen. Aber je mehr ich daran arbeite, desto mehr wird mir klar, wie wichtig es ist, auch das Leben anderer zu retten. Egal wie weit die Wissenschaft ist, egal ob ich eine vage Hoffnung habe, mein eigenes Leben zu retten, egal ob ich völlig überzeugt bin dass ich mein eigenes Leben rette und mich nur um ältere Leute sorge -- Jeder einzelne Tag, um den ich den Sieg über das Altern näher bringe, rettet hunderttausend Menschenleben. Wissen Sie, pro Tag, das sind... 30 World Trade Centers! Das ist eine ernste Sache. Wir sollten uns zuerst um Krankheiten kümmern und den Welthunger besiegen. Es gibt drei Probleme mit dieser Idee. Erstens, müssen wir uns fragen, was jeder Einzelne von uns bewirken kann. Das Hauptproblem des Alterns ist es, schnell die nötigen Forschungen durchzuführen. Das Hauptproblem des Hungers in der dritten Welt ist es, gigantische wirtschaftliche und politische Zwänge zu überwinden, die den Status quo forcieren. Daher könnte die große Mehrzahl der Menschen viel mehr gegen das Altern unternehmen, als gegen den Welthunger. Zweitens, auch wenn es eine Wahl zwischen SENS und dem Welthunger gäbe, dann würde eine rein rechnerische Analyse dafür sprechen, dass durch SENS mehr Jahre gesunden Lebens gerettet würden und dass wir daher mehr Resourcen in SENS stecken sollten. Der dritte Fehler ist allerdings der schwerwiegenste. Es ist die Annahme, dass ein Mittel gegen das Altern nicht wichtig ist, weil es noch mindestens ein Paar Jahrzehnte entfernt ist, während der Kampf gegen den Welthunger sofort Leben rettet. Das ist nicht logisch. Stellen Sie sich vor, Herr A könnte Herrn B auf zwei Arten töten: A könnte B erschießen, oder A könnte für B ein Haus bauen und absichtlich das Dach sabotieren, so dass es ein Jahr später auf B herabfällt und ihn im Bett zerquetscht. Die Zeitspanne zwischen As Handlung und Bs Tod unterscheidet sich um vielleicht 7 oder 8 Größenordnungen. Aber ist As Handlung dadurch im zweiten Fall irgendwie weniger verbrecherisch? Nein. Sie wird auch nicht weniger verbrecherisch, wenn B das Haus in der Zwischenzeit verkauft und C stattdessen stirbt. Und auch nicht wenn das Dach durch Zufall herabfällt wenn niemand zuhause ist. So lange es eine halbwegs gute Chance gibt, dass eine heutige Handlung den Sieg über das Altern näherbringt, solange rettet diese Handlung Leben. Anders gesagt: Es gibt keinen Unterschied zwischen Leben retten und Leben verlängern. In jedem Fall geben wir Menschen die Chance auf mehr Leben. Wenn Sie sagen, dass wir das Altern nicht besiegen sollten, ist das Altersdiskriminierung. Sie würden behaupten, dass alte Menschen es nicht wert sind, medizinische Versorgung zu erhalten. Das ist nicht wahr. Alte Menschen sind auch Menschen. Wir sollten die Gebrechlichkeit hinauszögern, nicht den Tod. Von allen Misverständnissen im Bereich der Lebensverlängerung ist wahrscheinlich die Idee, dass ich die Menschen in einem Zustand der körperlichen oder geistingen Gebrechlichkeit halten will, am weitesten verbreitet. Auch viele Politiker haben ein Problem mit der Lebensverlängerung, weil sie an die Kosten denken, die von vielen gebrechlichen alten Leuten verursacht würden. Wenn auch nur das kleinste Körnchen Wahrheit in diesen Bedenken läge, dann müssten wir in der Tat ernsthaft beunruhigt sein. Aber wir reden hier natürlich über die Verlängerung und Wiederherstellung körperlicher und geistiger Jugend und Vitalität. Ich muss meine Kollegen oft ausschimpfen, wenn sie folgendes propagieren: Anstatt dass sie das Kind beim Namen nennen und den Politikern und der Öffentlichkeit erklären, was wir hier machen, weichen sie aus. Sie behaupten, die Gerontologie versuche garnicht, das Leben zu verlängern, sondern sie versuche, die "Komprimierung der Gebrechlichkeit" zu erreichen. -- Unsere Gesundheit zu erhalten bis kurz bevor wir sterben, ohne dass der Tod dabei notwendigerweise hinausgeschoben wird. Erstens zeigt uns die Wissenschaft ziemlich eindeutig, dass jede Behandlung, die die gesunde Lebensspanne verlängert, so gut wie sicher auch die gesamte Lebensspanne um den gleichen Betrag verlängert und daher die Gebrechlichkeit nicht komprimiert. Zweitens werden Menschen, die gerade noch völlig gesund waren, nicht eben darauf brennen, sehr bald zu sterben. Diese Furchtsamkeit, den Politikern die Wahrheit zu sagen ist gut für niemanden. Es gab in der Vergangenheit einige kleinere Komprimierungen der Gebrechlichkeit, die sehr gelinde Gebrechlichkeit betrafen. Es gab noch noch nie eine von wirklich schwerer Gebrechlichkeit, und der Grund ist folgender: Sie ist biologisch unmöglich. Es stimmt zwar, dass einige Leute eine kürzere Phase der Gebrechlichkeit durchmachen als andere, aber die sind keineswegs in der Verfassung, die sie 20 oder 50 Jahre davor hatten. Nicht nur das, auch die totale Eliminierung (Komprimierung zu null) der Gebrechlichkeit ist garnicht so Klasse, wenn Sie mal genauer darüber nachdenken. Wenn Sie mit 90 noch ebenso fit sind, wie mit 40, dann ist es auch ebenso wenig wünschenswert, morgen zu sterben. (Wenn Sie mir nicht glauben, dann fragen Sie doch mal einen kerngesunden 90-Jährigen.) Das Leben ist bereits lang genug, um es völlig auszuschöpfen. Sprechen Sie für sich selbst. Ich bin mir ganz schön sicher, dass mir die neuen Ideen und aufregenden Unternehmungen niemals ausgehen werden. Na gut, ich gebe zu, dass das zum Großteil an meiner sehr guten Erziehung und Bildung liegt, die es mich gelehrt haben, neue Wege zu gehen, wenn ich mich langweile. Menschen, die in dieser Hinsicht weniger Glück hatten als ich, haben da möglicherweise einen beschränkteren Horizont. Aber vergessen Sie nicht, wenn wir das Altern besiegen, werden wir nicht mehr viele gebrechliche Leute haben und die sind heutzutage sehr, sehr teuer. Das betrifft die medizinische Versorgung, die Renten und natürlich die Tatsache, dass sie nicht mehr so zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen, wie junge Leute es tun. Ein großer Teil dieses entfesselten Wohlstandes wird für Erwachsenenbildung ausgegeben werden und für Umschulungen, um das Leben derer zu bereichern, die in der heutigen geldregierten Welt den kürzeren gezogen haben. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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